Die Bewirtschaftung des Grünlands Ihrer Pferdeweide

Die Bewirtschaftung des Grünlands Ihrer Pferdeweide

Ihre Weide muss hin und wieder erneuert werden. Sie können eine Neuansaat oder, etwas weniger drastisch, eine Nachsaat der bestehenden Grasfläche vornehmen. Versuchen Sie, Ihre Weide alle 5 Jahre neu einzusäen und jährlich nachzusäen.

Neuansaat einer Weide

Vorgehensweise

Bekämpfen Sie erst das Unkraut, welches in großen Mengen vorhanden ist.
Graben oder pflügen Sie danach das Land mit einer Tiefe von 18 cm um.

Fräsen oder harken Sie den Boden daraufhin bis er gut eingeebnet ist, mit einer losen oberen Schicht von 1 bis 2 cm.

Der Boden ist nun bereit für die Aussaat. Streuen Sie die Grassamen gleichmäßig über das Land aus und harken Sie sie leicht ein. Wenn Sie das Land daraufhin walzen oder festtreten, entsteht ein gutes Saatbeet.

Sobald das Gras einige Zentimeter lang ist, walzen Sie es noch einmal. So entsteht eine dichte Grasnarbe.

Saatstärke

Verwenden Sie bei der Aussaat 50 bis 60 kg/ha (6 bis 8 g/m²). Säen Sie große Flächen maschinell ein. Kleine Flächen können auch von Hand eingesät werden.

Zeitpunkt

Sie erneuern Ihr Weideland am besten im August/September. Dann ist die Temperatur von Boden und Umgebung optimal und ist ausreichend viel Feuchtigkeit vorhanden, was für die Keimung des Saatguts wichtig ist. So beugen Sie auch ein Übermaß an Unkraut im Frühling vor. Die Aussaat sollte spätestens Anfang Oktober erfolgen. Bei einer späteren Aussaat besteht das Risiko für Frostschäden.

Nachsaat einer vorhandenen Weide

Eine Weide kann auch verbessert werden, indem Sie sie mit einer speziell dafür geeigneten Grassamenmischung wie Verla Horseseed nachsäen. Hierbei werden Grassamen in die bestehende Grasfläche eingebracht.

Vorgehensweise

Bei der Nachsaat werden kleine Schlitze in der Grasfläche angebracht und wird neues Saatgut nachgesät.

Saatstärke

Die Nachsaat der Pferdeweide erfolgt am besten im März/April. Das Saatgut keimt dann schneller, als dass die Altnarbe zu wachsen beginnt.

Zeitpunkt

Für die Nachsaat werden 30 bis 40 kg/ha (3 bis 4 g/m²) empfohlen. Säen Sie große Flächen maschinell ein. Kleine Flächen können auch von Hand eingesät werden.

Warum ist eine spezielle Grassamenmischung für Ihre Pferdeweide notwendig?
Die am häufigsten verwendeten Grasmischungen sind vor allem für Rinder geeignet. Diese Grassamenmischungen bestehen hauptsächlich aus englischem Raygras, welches sehr schnell wächst, über einen hohen Proteingehalt verfügt und wenig strukturreich ist. Für Pferde sind diese Mischungen deutlich weniger geeignet.

Pferde nehmen im Allgemeinen ohnehin viel zu viele Proteine auf und haben einen stark erhöhten Bedarf an strukturreichem Gras. Zudem hält das „normale” Gras der Art der Beweidung von Pferden nur schlecht stand. Kühe reißen das Gras mit der Zunge ab, während Pferde es (niedrig) mit den Zähnen abbeißen.

Gras beginnt erneut vom „Wachstumspunkt” aus (= da, wo die Blättchen aus dem Stängel kommen) zu wachsen. Wenn der Wachstumspunkt abgefressen wurde, kommt das Graswachstum schwer wieder in Gang. Eine gute Pferdemischung enthält auch Gras mit einem sehr niedrigen Wachstumspunkt (dicht am Boden), sodass das Gras, nachdem das Pferd es gefressen hat, schnell wieder nachwachsen kann.

3 Tipps für die Pflege Ihrer Pferdeweide

  • Um die Weide in einem guten Zustand zu halten, wechseln Sie zwischen Weidegängen und Mahd ab. Indem hin und wieder gemäht wird, wird die Langlebigkeit der Weide zusehends gefördert.
  • Entfernen Sie den Pferdemist von der Weide. Jeder Pferdehalter weiß, dass dies notwendig ist, trotzdem wird es noch zu selten getan. Auf diese Weise verhindern Sie Wurmbefall und vermeiden Sie, dass Geilstellen entstehen. Um die Weide gesund zu halten, müssen diese Geilstellen regelmäßig abgemäht werden.
  • Das Abschleppen der Weide sorgt für die Belüftung der Grasfläche; abgestorbenes Gras wird so ausgekämmt und Maulwurfshügel werden eingeebnet. Das Abschleppen erfolgt am besten so früh wie möglich im Frühling.